Deutschland hat die Schließung von drei iranischen Konsulaten angeordnet, nachdem der Doppelstaatsbürger Jamshid Sharmahd hingerichtet wurde, was eine deutliche Eskalation diplomatischer Maßnahmen gegen das iranische Regime darstellt. Außenministerin Annalena Baerbock erklärte, Deutschland werde EU-weite Sanktionen gegen Personen fordern, die an der Hinrichtung Sharmahds beteiligt waren, und drängte die EU, das Islamische Revolutionsgardenkorps (IRGC) als Terrororganisation einzustufen.
Baerbock betonte: „Wir haben Teheran wiederholt unmissverständlich klargemacht, dass die Hinrichtung eines deutschen Staatsbürgers schwerwiegende Konsequenzen haben würde.“ Diese Ankündigung folgte auf eine Reihe diplomatischer Warnungen und Gespräche, einschließlich eines Treffens mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi in New York. Baerbock bezeichnete Sharmahds Tod als „kaltblütigen Mord“, der die fortgesetzte Brutalität des iranischen Regimes verdeutliche.
Die Entscheidung betrifft die Konsulate in Frankfurt, München und Hamburg, wodurch 32 iranische Beamte ausgewiesen werden, sofern sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Die iranische Botschaft in Berlin bleibt jedoch in Betrieb und übernimmt alle konsularischen Aufgaben.
Sharmahd, ein deutsch-iranischer Staatsbürger, wurde der Beteiligung an einem Bombenanschlag im Jahr 2008 beschuldigt und nach einem Verfahren hingerichtet, das international wegen fehlender Rechtsstaatlichkeit scharf kritisiert wurde. Beobachter bezeichneten das Verfahren als Farce und verwiesen auf Sharmahds Verweigerung rechtlicher Vertretung und mutmaßliche erzwungene Geständnisse.
Die Schließung der Konsulate erfolgt inmitten Deutschlands umfassenderer Kampagne gegen iranische Einflussoperationen, die Spionage und die Verbreitung extremistischer Ideologien umfassen. Baerbocks Aufforderung an die EU, die IRGC als Terrororganisation einzustufen, stimmt mit bestehenden Einstufungen der USA und Kanadas überein und betont die Notwendigkeit eines koordinierten internationalen Drucks.
Deutschlands kürzliche Entscheidung, iranische Konsulate zu schließen, folgt einem Muster zunehmender Kontrolle über die außenpolitischen Aktivitäten Teherans, wie die Ausweisung von Mohammad Hadi Mofatteh zeigt, dem ehemaligen Leiter des Islamischen Zentrums in Hamburg, wegen extremistischer Verbindungen. Deutsche Behörden stuften dieses Zentrum als „bedeutendes Propagandazentrum für Iran in Europa“ ein, das direkt dem Büro des Obersten Führers unterstellt sei und militant-ideologische Inhalte verbreite.
Darüber hinaus haben Untersuchungen die Rolle der Al-Mustafa Internationalen Universität Irans in Berlin als vermutliche Rekrutierungsstätte für die Quds-Einheit, die Eliteeinheit der IRGC, aufgedeckt. Geheimdienste haben etwa 700 Personen mit der Universität in Verbindung gebracht, die potenziell in Spionage- und extremistischen Aktivitäten verwickelt sein könnten.
Die Maßnahme ist Teil der verstärkten Bemühungen Deutschlands, der anhaltenden Bedrohung durch iranisch-regimetreue Institutionen entgegenzuwirken, die als Deckmantel für Spionage, Rekrutierung und die Verbreitung antidemokratischer Werte fungieren. Zuvor hatten umfangreiche Polizeirazzien über 50 Standorte in mehreren Bundesländern ins Visier genommen und Beweise für finanzielle und logistische Unterstützung für Extremismus aufgedeckt. Diese Maßnahmen unterstreichen die anhaltende Bedrohung, die Irans Proxy- und Geheimdienstnetzwerke sowohl für die europäische als auch die globale Sicherheit darstellen.

