Der 5. Juni markiert den Weltumwelttag, eine globale Gelegenheit für Nationen, sich auf den Umweltschutz zu konzentrieren und drängende Probleme wie den Klimawandel anzugehen.
In vielen entwickelten und industrialisierten Ländern machen Präsidentschaftskandidaten häufig Umweltpolitik zu einem zentralen Bestandteil ihrer Programme, um das Vertrauen und die Stimmen der Bevölkerung zu gewinnen, indem sie versprechen, Umweltprobleme direkt anzugehen.
Im krassen Gegensatz dazu, während sich der Iran auf seine bevorstehenden Präsidentschaftswahlen vorbereitet, bei denen 80 Kandidaten registriert sind, sind Umweltfragen in ihren Programmen auffallend abwesend.
Dieses Muster ist nicht neu; aufeinanderfolgende Regierungen haben Umweltprobleme konsequent an den Rand gedrängt und sie als nicht essenziell für ihre Entwicklungsziele betrachtet.
Umweltvernachlässigung im Namen der Entwicklung
Für das Regime im Iran wird die Umwelt oft im Namen des Fortschritts und der Entwicklung geopfert. Umweltüberlegungen werden als unvereinbar mit den sogenannten Entwicklungsplänen des Regimes angesehen.
Viele Beamte betrachten die Umwelt als verbrauchbare Ressource, anstatt als erneuerbares Gut, das für zukünftige Generationen von entscheidender Bedeutung ist.
Weltweit geben Länder jährlich Hunderte von Milliarden Dollar aus, um Kohlenstoffemissionen zu reduzieren und den Klimawandel zu bekämpfen. Irans internationale Isolation und konfrontativer Kurs verschärfen jedoch seine wirtschaftlichen Probleme, was zu Umweltzerstörung führt.
Mit der Vertiefung der Armut beschleunigt sich die Umweltzerstörung, wodurch ein Teufelskreis entsteht, in dem das kurzfristige Überleben die langfristige Nachhaltigkeit übertrumpft.
Die hohen Kosten kurzfristiger Gewinne
Irans Entwicklungsansatz ignoriert vier grundlegende Prinzipien: wirtschaftliche Rechtfertigung, soziale Stabilität, Umwelterhaltung und Sicherheit. Keines dieser Prinzipien wird vom Regime priorisiert, was zu einer weitverbreiteten Umweltzerstörung unter dem Vorwand der Entwicklung führt.
Die Zerstörung der iranischen Eichenwälder, die Hunderte von Jahren überlebt haben, ist ein eklatantes Beispiel. In den 1980er Jahren führten umfangreiche Bodenbearbeitungen und Erosion zur Freilegung des Quellgesteins in den Zagros-Wäldern, was den natürlichen Wasseraufnahmeprozess, der für das Überleben der Eichenbäume wesentlich ist, störte. Dies führte in den 2010er Jahren zur allmählichen Schwächung und schließlich zum Absterben dieser uralten Bäume, hauptsächlich aufgrund einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten.
Politiken, die die Umweltzerstörung fördern
Die Missachtung von Umweltproblemen durch das Regime zeigt sich in seinen politischen Maßnahmen und Handlungen. Der Iran produziert Fahrzeuge, die doppelt so viel Kraftstoff verbrauchen wie die globalen Standards. Er versäumt es, Raffinerien zu modernisieren, was zur Produktion minderwertigen Benzins führt, das die Luftverschmutzung verschlimmert. Zudem zwingen Kraftstoffknappheit Fabriken und Kraftwerke dazu, Schweröl (Mazut) zu verbrennen, was die Luft weiter verschmutzt.
Auch landwirtschaftliche Praktiken tragen zur Umweltzerstörung bei. Das Regime leitet 60 % der für die Natur vorgesehenen Wasserressourcen in die Lebensmittelproduktion um und verbraucht 100 % des erneuerbaren Wassers des Landes. Diese unnachhaltigen Praktiken erschöpfen die Wasserressourcen, untergraben die langfristige landwirtschaftliche Produktivität und degradieren die Umwelt.
Wasserkrise und Bodenerosion
Im Jahr 1979 verfügte der Iran über 132 Milliarden Kubikmeter erneuerbares Wasser, mit einem Verbrauch von unter 50 Milliarden Kubikmetern. Heute liegt die Menge des erneuerbaren Wassers bei etwa 95 bis 100 Milliarden Kubikmetern, wobei der Verbrauch nahezu diesem Angebot entspricht – eine der höchsten Wasserverbrauchsraten weltweit. Auch die Pro-Kopf-Kohlenstoffproduktion im Iran ist alarmierend hoch, was das Land trotz seiner bescheidenen wirtschaftlichen Stellung zu einem der größten Kohlenstoffemittenten macht.
Das Austrocknen von Feuchtgebieten und Seen wie Jazmurian, Bakhtegan, Urmia-See, Gavkhoni und Hawizeh-Sümpfen hat zu Staub- und Salzstürmen geführt, die die lokale Bevölkerung plagen. Die Bodenerosion verschärft die Umweltkrise weiter, wobei die Winderosion jährlich einen Millimeter Boden abträgt. Da es etwa 40 Jahre dauert, um einen Millimeter Boden zu bilden, ist die durchschnittliche Bodentiefe im Iran von 210 Millimetern in Gefahr, innerhalb von 210 Jahren vollständig erodiert zu sein. Zum Vergleich: Der europäische Boden hat eine durchschnittliche Tiefe von über vier Metern, mit robusten Schutzmaßnahmen.
Fazit: Ein Aufruf zu nachhaltiger Entwicklung
Die Umweltkrise im Iran unterstreicht die dringende Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in seinen Entwicklungspolitiken. Nachhaltige Entwicklung erfordert einen ausgewogenen Ansatz, der wirtschaftliche, soziale, ökologische und sicherheitspolitische Faktoren berücksichtigt.
Der aktuelle Kurs des Regimes gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch das Wohlergehen zukünftiger Generationen. Diese Herausforderungen anzugehen, ist nicht nur eine ökologische Verpflichtung, sondern eine Notwendigkeit für die nachhaltige Entwicklung und das Überleben des Landes.

